Nadja Krumbiegel

Nadja Krumbiegel

1974 in Berlin geboren, wurde ich schon in frühester Kindheit mit dem „Pferdevirus“ infiziert. Mein „pferdischer“ Lebenslauf führte mich in die verschiedenen Szenen der Reiterei. Angefangen beim Polo (spielte mein Vater damals), über das Springreiten im modernen Fünfkampf – bis hin zum mehrjährigen Spring- und Dressurreiten im Turniersport.
Es war eine interessante und aufregende Zeit. Dennoch wuchs ein Gefühl in mir, das schwer zu beschreiben ist. Die Art, wie die Pferde “benutzt” wurden, gefiel mir nicht, und ich war der tiefen Überzeugung, dass es da noch einen anderen, besseren Weg geben müsse. Einen, in dem es um das Pferd geht und nicht um den sportlichen Erfolg. Davon inspiriert, machte ich mich auf die Suche.

Mein Weg führte mich 2007 zu Karin Kattwinkel und ihrem damaligen Lehrinstitut Equo Vadis in Vethem. Damit begann nicht nur meine Selbständigkeit als Ausbilderin, sondern auch eine sehr emotionale Zeit für mich. So verstand ich endlich, wofür die Dressur tatsächlich gedacht ist, wie sie dem Pferd helfen kann und dass es nicht darum geht, nur irgendwelche Lektionen “einzuüben”, „abzuarbeiten“ und das Pferd „abzurichten“. Vieles von dem, was ich mir in 25 Jahren Reiterei angeeignet hatte, musste ich mühsam und langwierig korrigieren. Denn sonst würde Reiten niemals zur Erfüllung werden – nicht für das Pferd und nicht für den Reiter.

Aus diesem Grund entschied ich mich noch einmal ganz neu zu starten – mit einer dreijährigen Ausbildung zum Pferdegesundheitstrainer. So erfuhr meine Passion zu den Pferden endlich eine andere Ebene. Weitere Inhalte der Ausbildung waren u.a. Bewegungslehre (Pferd/Mensch), Sitzanalyse und Sitzschulung, Exterieurbeurteilung, Anatomie des Pferdes (Skelett und Muskulatur), Hufbearbeitung, Ausrüstungskunde, Korrekturpferdetraining, Zirzensik, Unterrichtsmethodik und -didaktik sowie vieles weitere mehr.

Mit dem erfolgreichen Abschluss meiner Ausbildung bei Equo Vadis im Jahr 2010 bin ich hauptberuflich als (Pferdegesundheits-)Trainerin und Ausbilderin in Berlin und Umland sowie mittlerweile auch über die Landesgrenzen hinaus unterwegs.

Es folgten noch viele weitere Fortbildungen und Kurse bei sehr namhaften Ausbildern. Denn, meine Suche war noch nicht abgeschlossen, es gab noch immer zu viele Fragezeichen.

Erst als ich im März 2014 Manuel Jorge de Oliveira kennenlernte, fühlte ich, endlich angekommen zu sein. Er gab mir einen sehr starken Impuls, berührte mich nachhaltig und brachte mir die Philosophie und Poesie der wahren ReitKUNST näher. Hierbei geht es WIRKLICH um die Pferde! Die Reitkunst folgt der Natur des Pferdes. Und dies spürte ich endlich bei allen Pferden, die mir anvertraut waren (insbesondere bei den „schwierigsten“).

Mehrmals im Jahr bilde ich mich seitdem ausschließlich bei Manuel Jorge de Oliveira fort und sehe in ihm einen der letzten großen Reitmeister und beeindruckenden Mentor der seinesgleichen sucht. Seit Februar 2016 zähle ich zu den autorisierten Ausbildern der Oliveira Stables und leite regelmäßig selbst eine Mini Escola in Waal.

Über die Sociedade Oliveira Martins befinden sich gelegentlich Lusitanos als junge (Verkaufs-)Pferd aus Portugal bei mir zur Ausbildung. Gezüchtet im Rassetyp und nicht auf den modernen Sport, verkörpern sie den Lusitano, wie er am reinsten ist.

Mein Leben und meine Passion gilt der dressurmäßigen Ausbildung von Pferd und Reiter im Sinne der Reitkunst. Der gesunderhaltende Gymnastizierung und individuellen Förderung des Pferdes. Dazu zählt ein wirklich pferdegerechter Umgang und eine respektvolle Beziehung zum Pferd. Ganz nach den Grundsätzen und Lehren der alten Meister der Reitkunst. Gelingt es mir damit, den Reiter wirkliche Freude an seinem stolzen Pferd und am Reiten fühlen zu lassen und „den Weg“ zu spüren, dann ist meine „Mission“ erfüllt.

Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, dass Sie als Mensch eine besondere Verbindung zu Ihrem Pferd finden. Denn Reiten hat sehr viel mehr mit Gefühl zu tun als mit Technik.

 

“A horse is always a king not a slave“

(Manuel Jorge de Oliveira)